Klavier Leif Ove Andsnes
    Sheila Arnold
    Lars Vogt – Künstlerische Leitung
  Violine Renaud Capuçon
    Florian Donderer
    Elisabeth Kufferath
    Heime Müller
    Priya Mitchell
    Antje Weithaas
  Violine/Viola Christian Tetzlaff
  Viola Tatjana Masurenko
    Beatrice Muthelet
    Hanna Weinmeister
  Violoncello Claudio Bohórquez
    Alban Gerhardt
    Gustav Rivinius
    Tanja Tetzlaff
  Kontrabass Yasunori Kawahara
  Flöte Kornelia Brandkamp
    Andrea Lieberknecht
  Oboe Christian Wetzel
  Englischhorn Mizuo Yoshii
  Klarinette Thomas Adamsky
  Bassethorn Sharon Kam
  Bassklarinette Diemut Schneider
    Jörg Widmann
  Fagott Dag Jensen
  Kontrafagott Klaus Lohrer
    Stefan Schweigert
  Horn Ozan Çakar
    Gregor Fas
    Sibylle Mahni
    Marie Luise Neunecker
    Felix Winter
  Gitarre Alexander-Sergei Ramirez
  Mezzosopran Stella Doufexis
  Dirigent Daniel Harding
  Komponist Jörg Widmann

Nachtrag im Mai 2004:
 
Unser Kammermusikfest ist von einem schweren Verlust betroffen worden. Wir trauern um Boris Pergamenschikow, Cellist und seit Beginn Mitwirkender unserer SPANNUNGEN, der am 30 April 2004 verstorben ist.


BORIS PERGAMENSCHIKOW

24.08.1948 — 30.04.2004

Boris Pergamenschikow

Wir können es noch nicht fassen, dass Boris Pergamenschikow nicht mehr bei uns ist, wir ihn nicht einfach anrufen, etwas fragen,mit ihm sprechen, Pläne schmieden, gemeinsam lachen können. Ein wirklich universeller, vielschichtig bewegender Künstler und warmherziger Freund hat uns nach langer Krankheit nun verlassen.
Das Leben der Menschen, die ihm als Freunde oder musikalische Partner begegnet sind, wurde, wie auch meines, essentiell geprägt. Die Vorstellung, was es bedeutet, Musiker zu sein, die dazugehörende Ethik und Verantwortung, das alles hat sich durch das Zusammensein und -arbeiten mit diesem wunderbaren Künstler entscheidend verändert. Für uns, die wir das Glück hatten, mit ihm Kammermusik zu machen, wurde die Wahrnehmung und Interpretation ganzer Werke, Komponisten, ja sogar Epochen durch seine Ideen und Gedanken geformt und im besten Sinne beeinflusst.
Bei Boris Pergamenschikow können wir die vollkommene Symbiose Mensch ­ Musiker finden: Wärme des Tons und Ausdrucks, tiefe Emotionalität, Humor, Vielschichtigkeit, all dies drückt sein künstlerisches Schaffen ebenso aus wie seine menschlichen Qualitäten, die wir so geschätzt, so geliebt haben. In den wunderbaren Stunden derKammermusik mit ihm bedeutete das: persönliche wie musikalische Zuwendung. Wie sehr hat uns das jedes Mal bewegt.
In allen Epochen war er zuhause, von Bach bis Ustwolskaja sind seine Interpretationen immer prägend, nie beiläufig. Die Radikalität seines Ausdrucksstrebens hat uns als musikalische Partner wie auch als staunendes, bewegtes Publikum einen tiefen Einblick in die Geheimnisse der Musik gewährt.
Wie viele Menschen hat er in seinen vielfältigen Projekten oder auch ganz privat zusammenbracht! Er war Mittelpunkt ganzer Generationen von Musikern, stets neugierig auf neue,junge Talente, immer kollegial, respektvoll und freundschaftlich im Umgang. Eine Offenheit, der man selbst unter großen Musikerpersönlichkeiten sehr selten begegnet. 
Unser Kammermusikfest Spannungen: verdankt Boris Pergamenschikow entscheidende künstlerische Akzente und Programmideen von Anfang an. Inspirierende Probenarbeit und eine Vielzahl seiner für ihn charakteristischen, bis an das Äußerste gehenden Aufführungen von ungeheurer Intensität und Intimität werden immer in Erinnerung bleiben. Die Lücke, die er hinterlässt, sowohl menschlich, als auch künstlerisch, ist schmerzhaft und groß. Wir wollen, so gut wir können, in seinem Sinne weiter machen. So uneitel, wie er es uns vorgelebt hat, an der Musik arbeiten und weiter reifen, nie zufrieden sein, wenn nicht das Höchstmögliche zumindest annähernd erreicht wurde. 
Boris Pergamenschikow wird als Inspirator und Freund, auch mit seinem feinen Sinn für Humor, immer präsent bleiben. Seine Musik, wie die aller genialer Musiker, hat uns spüren lassen, dass es weiter geht, auch danach. Wir vertrauen darauf und tragen sein künstlerisches und menschliches Erbe in uns wie einen Schatz.
Letztlich sind wir dankbar für das, was wir erleben durften. Die Nähe eines wirklich besonderen und wunderbaren Menschen, der Funken entzünden konnte. Das bleibt. So wie die Erinnerung an seinen Cello-Ton: Einmalig, wie ein Stachel im Herz, schön und schmerzend, voll höchster Glückseligkeit. 

Lars Vogt